00:00:00: Seit Juni, ist Tvino-Kreditgeber FinCard im Visier der polnischen Verbraucherschutzbehörde.
00:00:06: Der Vorwurf die Umgehung der gesetzlichen Zinsobergrenze Die möglichen Folgen, ein Bußgeld von bis zu fünf Komma drei Millionen Euro nicht bezifferbare Rückzahlungen an Kunden und ein Verfahren das ich noch Jahre hinziehen kann.
00:00:21: Als jemand der selbst mit über fünfzehntausend Euro in FinCard Forderungen via Tvino investiert ist habe ich mir in den letzten Wochen die Thematik etwas genauer angesehen und der lättischen Piotopier Plattform parallel einen Fragenkatalog zum aktuellen Verfahren zugesandt worum es konkret in dieser Auseinandersetzung geht, welche Konsequenzen drohen und was das Ganze auch für die Investoren auf Tweeno bedeutet.
00:00:46: Genau darüber sprechen wir heute im aktuellen Video.
00:00:49: Beachtet dass sich hierbei noch um ein laufendes Verfahren handelt.
00:00:53: bislang gibt es weder eine Entscheidung noch ein Bußgeld und alles was ihr hier hört ist keine Rechts- oder Anlageberatung.
00:01:00: Schauen wir zunächst darauf was konkret passiert ist und worum Es genau in diese auseinandersetzungen geht.
00:01:06: Am fünffzehnten Juni hat die polnische Verbraucherschutzbehörde öffentlich gemacht, dass diese ein Verfahren gegen zwei Kreditkartenanbieter führt.
00:01:14: Darunter auch FinCardt – das sind Polen-Kreditkarten unter den Markten Netcredit und halbo anbietet.
00:01:20: Laut FinCARDT wurde das Verfahren gegenüber dem Unternehmen bereits im Mai twentyfümundzwanzig eingeleitet also mehr als ein Jahr vor der offiziellen Pressemitteilung.
00:01:30: Im Kern der Auseinandersetzung geht es um einen Auslegungsstreit, nämlich um die Frage Wann hört eine Gebühr auf und wo fängt ein Zins an?
00:01:38: In Polen werden die Kosten von Verbraucherkrediten auf zwei Ebenen gedeckelt.
00:01:43: Zum einen gibt es eine Zinsobergrenze, die im betroffenen Jahr zwanzig vierundzwanzig bei achtzehn Komma fünf Prozent lag.
00:01:50: zum anderen gibt es separate Obergrenzen für Gebühren und Provision.
00:01:55: FinCard hatte demnach Von Mai bis Dezember zwanzig vierundzwanzig, neben den Zinsen eine Provision für die Nutzung des Kreditlimits erhoben.
00:02:04: Diese Provision fiel regelmäßig an und richtete sich nach dem genutzten Betrag.
00:02:10: Zusammen mit den Zinzen summierten sich die Kreditkosten laut FinCard auf rund neununddreißig Prozent pro Jahr.
00:02:16: Und genau hier liegt der Streitpunkt.
00:02:19: Die Verbraucherschutzbehörde argumentiert, dass eine Gebühr die laufend anfällt und die mit dem geliehenen Betrag wächst wirtschaftlich betrachtet ein Zins sei egal wie man es nennt.
00:02:30: FinCard hält dagegen das Gesetz Zinsen- und Gebühren nebeneinander erlaube und dass die Obergrenzen in beiden Fällen eingehalten worden sind.
00:02:38: Gegenüber der Nachrichtenagentur PAP hatte FinCAD erklärt, dass man sich nach eigener Auffassung gesetzeskonform verhalten habe und man gegen eine negative Entscheidung Rechtsmittel einlegen werde.
00:02:51: Auf meine Nachfrage hin schließt das Unternehmen aber auch eine Einigung mit der Behörde nicht grundsätzlich
00:02:57: aus.".
00:02:58: Unterstützung bekommt FinCard vom polnischen Juristen Thomas Czek, der die Vorwürfe in einem LinkedIn-Beitrag für unbegründet hält und er erwartet dass der Fall vor Gericht keinen Bestand haben wird.
00:03:09: Abseits dessen gibt es noch zwei weitere Punkte um den Standpunkt von FinCARD besser einordnen zu können.
00:03:15: Zum einen hat FinCART seine juristische Argumentation bislang noch nicht offengelegt was im Kontext eines noch laufenden Verfahrens jedoch durchaus verständlich ist.
00:03:25: Das bedeutet aber auch, dass ich die starken rechtlichen Argumente von denen Twino in der Telegram-Gruppe gesprochen hatte, von außen nicht überprüfen lassen.
00:03:34: Zum anderen hat Twino darauf verwiesen, das die polnische Finanzaufsicht wiederum nie Einwände gegen das Preismodell erhoben habe.
00:03:43: Auf meine Nachfrage hin präzisierte FinCardt, daß die KNF über Produktänderungen zwar informiert werde diese aber nicht einzeln genehmigt.
00:03:51: Keine Einwände heißt demnach nicht automatisch geprüft und gebilligt, was in der Kommunikation vielleicht etwas untergegangen ist.
00:04:00: Kommen wir zur Frage welche Konsequenzen nun drohen und wie ein Worstcase-Szenario aussehen könnte?
00:04:06: Der erste Punkt wäre das Bußgeld – die Behörde kann hierfür bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes verhängen, was gemäß den Geschäftszahlen für twenty fünfundzwanzig maximal fünf Komma drei Millionen Euro wären.
00:04:19: Der Twinus CEO hatte diesbezüglich erklärt, dass die Bußgelder in der Praxis eher bei zwei bis drei Prozent des Umsatzes liegen würden.
00:04:27: Belegt worden ist das bislang allerdings nicht.
00:04:30: Der zweite Punkt sind die Rückzahlungen an die Kunden, die die Gebühren bei einer rechtswidrigen Entscheidung zurückfordern könnten.
00:04:38: Dieses Risiko kann FinCard nach eigenen Angaben nicht beziffern weil die Behörde bislange nicht konkret benannt hat welche Elemente des alten Modells beanstandet werden.
00:04:48: Der dritte Punkt beinhaltet, dass FinCard für das aktuelle Verfahren noch keine Rückstellung gebildet hat.
00:04:54: Das bedeutet, dass das Risiko was wir als Anleger im Jahresabschluss sehen könnten dort noch nicht abgebildet wird.
00:05:01: und der vierte Punkt ist die Dauer des Verfahrens selbst.
00:05:05: in der Community war von ein bis drei Jahren die Rede Im Fragebogen wurde hingegen auch ein möglicher Zeitraum von mehr als sieben Jahren genannt.
00:05:14: Das Verfahren wird FinCard also voraussichtlich über Jahre begleiten und mit ihm auch eine schleichende Unsicherheit.
00:05:21: Im Kontext dieser Debatte sollten wir kurz auf den regulatorischen Schwebezustand in Polen selbst eingehen.
00:05:28: Der polnischen Verbraucherschutzbehörde wurde nämlich im Mai dieses Jahres die Umsetzung der neuen EU-Verbraucherkreditrichtlinie CCD II entzogen, die jetzt vom Justizministerium neu geschrieben werden soll.
00:05:42: Polen wird demnach die Frist, die für den kommenden Monat festgelegt worden ist sehr wahrscheinlich verpassen.
00:05:48: FinCard selbst nennt die Verzögerung eine unwelkommene Unsicherheit, bewertet ihn Wechsel zum Ministerium aber wenig überraschend als durchaus positiv.
00:05:58: Welche Gebührenmodelle in der Zukunft überhaupt noch zulässig sind bleibt also weiterhin offen?
00:06:03: Kommen wir nun zu der Frage was das Ganze auch für die Investoren auf Twino bedeutet.
00:06:08: Punkt eins, Twino isst faktisch gesehen FinCards!
00:06:11: Zum ersten Oktober sind sechsohneinzig Prozent des ausstehenden Portfolios auf FinCard entfallen.
00:06:17: Das einzige andere Unternehmen ist der ausgefallene Kreditgeber Warmo, aus Vietnam.
00:06:22: Wer auf Twino investiert, der investiert demnach automatisch auch in FinCart.
00:06:27: eine Streuung innerhalb der Plattform – die gibt es aktuell nicht!
00:06:31: Punkt zwei, anders als bei anderen Plattformen gibt es auf Twino keine Rückaufgarantie.
00:06:36: Entscheidend ist deshalb allein ob FinCard ein Bußgeld und mögliche Rückzahlungen aus eigener Kraft tragen kann.
00:06:43: Und der dritte Punkt, der durchaus Mut machen kann, FinCARD ist profitabel und verfügt über mehr als achtzehn Millionen Euro an Gewinnrücklagen.
00:06:52: Ein Buß Geld am oberen Ende wurde davon einen spürbaren Teil kosten, Fincard aber wohl nicht in Existenznot bringen!
00:07:00: Das Rückzahlungsrisiko, das lässt sich dagegen nur schwer einschätzen weil es weder FinCard noch die polnische Behörde beziffert haben.
00:07:08: Und solange keine Rückstellung existiert taucht keines dieser Risiken in den Zahlen auf, die wir als Anleger zu sehen bekommen.
00:07:15: Kommen wir zum abschließenden Fazit und meiner persönlichen Bewertung!
00:07:19: Das Verfahren zwischen FinCARD und der polnischen Verbraucherschutzbehörde ist ein Rechtsstreit über ein Preismodell dass FinCards seit Anfang.
00:07:30: Der Ausgang ist offen und kann noch Jahre auf sich warten lassen.
00:07:34: FinCard und Vino haben meinen Fragenkatalog ernsthaft beantwortet, und dabei auch unbequemes eingeräumt – keine Rückstellung, keine Bezifferung der Rückzahlungen oder ein Verfahren das sich möglicherweise über Jahre strecken kann!
00:07:48: Das ist mehr Transparenz als man sonst im Pietropiermarkt bei kritischen Themen bekommt.
00:07:54: Für die Risiko-Beurteilung ändert es aber nichts an drei Tatsachen….
00:07:58: Erstens, das Verfahren wird länger dauern und ist breiter als zunächst kommuniziert.
00:08:03: Zweitens die rechtliche Position von FinCard lässt sich von außen nicht prüfen.
00:08:08: Und drittens mit neunzig Prozent FinCARD-Anteil und ohne Rückaufgarantie ist jedes FinCards Risiko automatisch auch ein Twino-Risiko ohne eine Ausweichmöglichkeit.
00:08:20: Persönlich habe ich mich dazu entschieden, mein Investment auf Twino vorerst weder auszubauen noch meine Kredite zu verkaufen sondern zunächst den weiteren Verfahrensverlauf abzuwarten.
00:08:31: Zuversicht gibt mir hierbei dass selbst ein Bußgeld am oberen Ende für FinCard tragbar wäre.
00:08:36: zum anderen sind meine Fragen umfangreich und transparent beantwortet worden was sich als ein starkes Signal zu der ohnehin positiven Entwicklung unter dem neuen CEO Norris Blocks bewährte.
00:08:49: Diesen werde ich Anfang November übrigens auch persönlich in Riga kennenlernen, dann wird es sicherlich noch weitere Einblicke zur aktuellen Entwicklung rund um Twino geben.
00:08:59: Bis dahin schreibt mir gerne mal eure persönliche Sichtweise zur Pole-Thematik in die Kommentare und natürlich auch zur Situation bei Twino insgesamt!
00:09:08: Und dann sehen wir uns hoffentlich schon beim nächsten Video am kommenden Samstag wieder.
00:09:12: – bis dahin habt eine gute Zeit, haut rein Leute, ciao!